Mobilmachung des Rates gegen AfD

Mobilmachung des Rates gegen AfD

Mobilmachung des Rates gegen AfD

Stellungnahme von Ratsherr Dr. Manfred Wolfrum

Die Ratsmitglieder fanden am 4.3.2020 bei Eintreffen auf ihren Tischen eine Resolution zum künftigen Umgang der Ratsmitglieder miteinander vor. In einer vorher abgestimmten konzertierten Aktion haben die Mitglieder sämtlicher Fraktionen (unter Ausschluss der AfD) das Papier entworfen, geheim gehalten und dann zum Sitzungsbeginn als „Kanonenfutter“ vorgelegt.

Ausnahmslos sind alle im Rat den Regievorgaben des selbsternannten „Widerstandskämpfers“ Kumlehn (s. gesonderter Text) in allen Einzelheiten gefolgt. Die ersten drei Reden waren noch relativ allgemein und moderat gehalten. Zum Beispiel meinte Ralf Achilles (SPD), dass man nach einer Sitzung trotz konträrer Ansichten ruhig mal ein Bier zusammen trinken könne (woraus sich die Frage ergibt, ob ihm jemals jemand aus der AfD-Fraktion das gemeinschaftliche Trinken eines Bieres verweigert hat).

Dann aber – eingeleitet durch die stellvertretende Bürgermeister*in Kathrin Rühland (CDU), der Entourage des Bürgermeisters Pink zusammen mit dem Nazi-Schreier Endert eng zugehörig - wurde die AfD WF für Hass-und Hetze, speziell damit hinterlegte Anrufe und erst recht eine Flut noch nicht stattgefundener, aber bald zu erwartender noch folgender schlimmer Angriffe auf Leib und Leben, soziales Umfeld, Haus und Besitz des Bürgermeisters und natürlich auch aller anderen Ratsmitglieder (außer AfD; die das ja schon hinter sich hat) verantwortlich gemacht. Ganz im Vordergrund der Anwürfe stand insbesondere der hilfreiche Umstand, dass man ja neuerdings Höcke, zu „dessen“ Partei die Wolfenbütteler AfD-Ratsmitglieder gehören, ungestraft einen Faschisten nennen darf und somit seine Schlüsse und Konsequenzen daraus ziehen muss. Halali!

Die FDP trat als einzige Partei als Mitinitiatoren nicht in Erscheinung. Hingegen meinte ganz besonders Florian Röpke, einst von der ehemaligen Mauerschützenpartei, die AfD auf den geraden Weg der Re-Demokratisierung bringen zu müssen, auf dem er sich schon 30 Jahre befindet.

Die umfänglich von allen gerügte allgemeine Spaltung der Gesellschaft und die Verrohung der Umgangssprache speziell im Rat durch die AfD-Mitglieder wurde zwar nicht ein einziges Mal an konkreten Wortbeiträgen belegt, gerade deswegen aber als besonders infam dargelegt, da es sich ja um eine typische „Wolf-im-Schafspelz-Methode“ handele. Der sonst immer reflexartige Vorwurf der „Opfer- oder Märtyrerrolle“ der AfD kam diesmal erstaunlicherweise nicht zur Sprache.

Es fiel allerdings kein einziges Wort über die tatsächlich vorgefallenen sprachlichen Verfehlungen des Bürgermeisters („Nazigequatsche kann ich nicht mehr hören“) und der Grünen Krause („Herr Meyer, Ihre Zeit ist sowieso bald abgelaufen“, oder ähnlich), womit beide – und nicht etwa die AfD - diejenigen waren, welche die Debattenkultur im Rat auf einen vorläufigen Tiefpunkt gebracht haben. Der Bürgermeister hat den leumundfreien Horst Meyer ins Reich der Nazis transponiert und damit den Nationalsozialismus beschönigt und diesen im Rat erstmalig hoffähig gemacht. Die Grüne Krause hat Herrn Meyer mit ihrem despektierlichen Spruch schon halb ins Jenseits befördert und damit alle Reusen zu einem widerlichen Verfall des eigentlich kollegial seienden Umgangs der Ratsmitglieder geöffnet. Handelt es sich hier womöglich vorausschauend um ein Abrücken vom früheren Grünen Parteiprogramm mit Pädophilie-sympathisierenden und (freiwilligem?!) Sex mit Kindern, hin zur neuerdings in Deutschland genehmigten Sterbehilfe oder gar Nekrophilie? Dadurch, dass sie – um vielleicht ihren „herausgehobenen Bildungsstand“ zu unterstreichen – dann auch noch umfänglich Gotthold Ephraim Lessing bemühte und seine Ringparabel erläuterte (als hehres Zeichen der interkulturellen Freundschaft, von der weder von Ihr, noch bei den restlichen Ratsmitgliedern etwas zu spüren war) löste sie eine folgende und bisher nie für möglich gehaltene Lawine sich entladender Hetze und sich entladendem Hass aus. Es war wohl höchste Zeit für die betreffenden Ratskolleg*innen zu diesem lang angestauten psychischen Befreiungsschlag, wie die stellvertretende Bürgermeister*in Rühland vorbrachte, nämlich wörtlich: „…Dass sie schon lange mal was sagen wollte und jetzt sich endgültig nicht mehr zurückhalten konnte und auch nicht mehr werde“. Den CDU-Fraktionsvorsitzenden W. Pink, der sich moderat und offensichtlich mit etwas schaumgebremster Wortwahl äußerte, muss man zumindest fragen, wie er die neuerliche enge Zusammenarbeit mit der Linken begründet, die ja in der Antifa ihre Bodentruppen bereithält und beim AfD Parteitag in Braunschweig sogar „tätliche Handarbeit“ gegen AfD-Delegierte empfohlen hat. Wieder Halali!

Zum Schluss gab es noch, der Weisung seines Freundes, Widerstandskämpfer Kumlehn folgend, von allen außerhalb der AfD, eine theatralisch inszenierte und insofern täuschend echt aussehende Vertrauens- und Solidaritätsbezeugung für den Bürgermeister.

Die Resolution wurde dann einstimmig angenommen und die AfD hofft sehr, dass sie sich einige der anderen Ratskolleg*innen doch noch durchlesen und vielleicht ein bisschen daran halten werden. Statt Halali wäre vielleicht tatsächlich ab und an ein Bier angebracht – doch das passt nun gar nicht in die bereits begonnene Jagdsaison auf AfDler.

Dann eben ohne Bier…

Dr. Manfred Wolfrum

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