ASSE II Begleitgruppen stellen sinnlose und unerfüllbare Forderungen

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M.Wolfrum
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ASSE II Begleitgruppen stellen sinnlose und unerfüllbare Forderungen

Beitrag von M.Wolfrum » 18.12.17

Die Wolfenbütteler Atomausstiegsgruppe (WAAG) forderte in einem Artikel (WS am 22.11.17) im Zusammenhang mit der ASSE II Problematik zusätzliches Gesundheitsmonitoring, Umgebungsüberwachung, Gefahrenanalyse und Risikominimierung.
Dies lässt sich durch nichts begründen.
Die „zusätzliche“ Strahlung aus der ASSE, ausschließlich durch Abluft, bewegt sich schlimmstenfalls im Bereich von Promille der natürlichen Strahlung, der die Menschheit von Beginn an immer ausgesetzt war. Damit handelt es sich um kaum oder gar nicht messbare Niedrigstrahlung, die keinen negativen Effekt auf die Menschen hat bzw. haben kann, vergleichbar etwa mit einem Umzug von der ersten Etage ins Erdgeschoss eines Hauses.
Bereits 2012 (BZ 21.12.12) wurde abschließend festgestellt, dass es keinen Hinweis auf erhöhtes Krebsrisiko durch ASSE II gibt.
Die WAAG meint, „für die Bevölkerung zu sprechen“, was nicht der Fall ist. Eher handelt es sich um eine Minderheit von Strahlenhysterikern, die sich in ihrem Glaubenseifer über jede Logik hinwegsetzen. Dies kann zur Schürung unbegrün-deter Angst in der Bevölkerung führen. Deshalb der Versuch einer Richtigstellung.


Zu den einzelnen Punkten der Forderungsaufstellung vom 22.11.17:

1. Weitere Bestimmung des Inventars.

Das ist unmöglich. Nur eine Öffnung jedes einzelnen Fasses würde ein genaues Ergebnis bringen. Man muss sich damit abfinden, dass das Asse-Inventar nur ungenau bekannt ist. Vermutlich ist es niedriger als angegeben, bei den damali-gen geringen Gebühren hätte es wenig gebracht, mehr als angegeben in die Fässer zu tun. Auch müssen radioaktive Stoffe in vielen Einrichtungen bilanziert wer-den. Wären beispielsweise 100 Curie weg, ohne irgendwo dokumentiert zu sein, das gäbe Ärger!

2. Neutronenmessungen und Tritium Bestimmung.

Wo will man Neutronen messen, und wozu? Tritium bestimmt man mit Standard-verfahren, weitere Möglichkeiten könnten den Aufwand verringern und die Ge-nauigkeit erhöhen, aber wozu? Tritium gibt es äußerst wenig, außerdem ist Tritium das biologisch harmloseste Isotop und hat nur 12 Jahre Halbwertszeit.

3. Vollständige Erfassung von u.a. C14 und J129.

Geht nicht, s. 1.). Was hätte man davon? Im Jahr 2002 stellte (nach den Angaben der Ablieferer) C14 etwa 3 Promille des Aktivitätsinventars dar, und Jod 129 noch 10 000 mal weniger. Außerdem findet man C 14 überall, es ist bekanntlich das Lieblingsisotop der Archäologen.

4. Abluftproblematik

Diese besteht darin, dass man nur unmittelbar in der Abluft ganz geringe Mengen von Tritium erfassen kann. Mehr, als in der Grubenluft ist, wird man auch in der Abluft nicht finden.

5. Qualitätskontrolle

Das Nichts genauer bestimmen? In der Umgebung ist die Konzentration künstli-cher Radionuklide Null, und Null lässt sich nicht verbessern.

6. Messlabor, auch für Proben aus der Bevölkerung

Falls man wirklich misst, erhielte man Angaben über die natürliche Radioaktivität verschiedener Nahrungsmittel und anderer Stoffe. Billiger bekommt man solche Angaben aus dem Internet.

7. Meldepflichtige Ereignisse

Sicherlich gibt es kleinere, aber hoffentlich nicht größere Unfälle, aber was geht das Leute außerhalb des Bergwerks an?


Das Suchen nach Krankheiten wird Ergebnisse bringen. Nur hat das nichts mit erhöhter Radioaktivität zu tun, da es die nicht gibt. Wirkungen ohne Ursache gehören in den Bereich des Aberglaubens.

Laut Auskunft des Landkreises entstehen durch die Begleitgruppe jährliche Kosten von 190.000 €.

Dr. Manfred Wolfrum
Mitglied im Kreistag und im Stadtrat
Wolfenbüttel

kdheid
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Re: ASSE II Begleitgruppen stellen sinnlose und unerfüllbare Forderungen

Beitrag von kdheid » 05.01.18

€ 190.000,00 jährlich. Geld, das nicht nur NICHT in andere, garantiert sinnvollere Projekte investiert wird, sondern in Kanälen versickert, über die man ungerne spricht. Fragen der AfD, was denn mit dem Geld konkret "erreicht" wurde oder "erreicht" werden soll, bleiben unbeantwortet. Irgendwie erinnert es an den Teufel und das Weihwasser, wenn es um die Offenlegung eines derart hohen Betrages geht!

Wenn nun ein qualifizierter Mann, wie Dr. Wolfrum, Nuklear-Mediziner, seine Meinung und seinen Standpunkt vertritt, den übrigens die Fraktionen der AfD in Wolfenbüttel ebenfalls teilen, dann bricht ein gewaltiger Sturm der Entrüstung los. Und wer entrüstet sich? Jene, die kompetent in eine Diskussion einfallen, die irgendwie und irgendwann zielführend ist?

Im Gegenteil! Es entrüsten sich jene, die aus rein ideologischen Motivationen heraus, Entrüstung zeigen, weil es "eben so gut zum Mainstream passt"! Es wird sich entrüstet, weil es ein AfD-Kommunalpolitiker wagt, sich qualifiziert zu äußern. DAS GEHT GAR NICHT! Die von der AfD dürfen nicht im Recht sein, weil sie ja "rechts" sind - und insofern haben sie keinerlei Rechte, die Wahrheit auszusprechen.

Aus welchem Grund kommen nicht kompetente Gegenargumente von dieser linksgrünen Seite ewig jammernder, wenn sich die AfD äußert? Wieso wird nur pauschal polemisiert und sogar persönlich angegriffen, wie der Leserbrief in der BZ/WF-Zeitung gegen Dr. Manfred Wolfrum zeigt?
  • Die AfD verlangt Antworten, wo das Geld der Steuerzahler bleibt!

    Die AfD verlangt, dass allen Menschen in und um Wolfenbüttel reiner Wein eingeschenkt wird, statt sie mit leeren Phrasen und irrationalen Scheinargumenten abzuspeisen!

    Die AfD verlangt eine qualifizierte und nicht ideologisch geprägte Diskussion zum Thema ASSE II und Begleitgruppen.
Klaus-D. Heid
Fraktionsvorsitzender AfD-Stadtrat und
Mitglied des Kreistages Wolfenbüttel

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