Journaille

AfD Kreisverband Wolfenbüttel

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braves Bürgerlein
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Journaille

Beitrag von braves Bürgerlein » 22.12.18

Der Ausdruck Journaille ist im deutschen Sprachraum eine abwertende Bezeichnung für Journalisten. Es handelt sich um eine Wortneubildung vom Anfang des 20. Jahrhunderts in Anlehnung an das französische Wort Kanaille und bedeutet so viel wie „Presse-Gesindel“ oder „Presse-Pack“. Das Wort benennt in unscharfer Abgrenzung Journalisten in ihrer Gesamtheit oder als einzelne, die herabwürdigende und skandalisierende Un- oder Halbwahrheiten verbreiten, insbesondere in Boulevardmedien. Dabei werden sie als verantwortungslos, sensationshungrig oder unlauter agierend gedeutet. Im Einzelfall werden ihnen auch demagogische bzw. politische Motive zugeschrieben.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Journaille

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Kurz vor Weihnachten ist nun einer dieser Journaillen beim SPIEGEL aufgeflogen: Claas Relotius, mehr Geschichtenerzähler als Reporter, mit Auszeichnungen überhäuft. Kurz vor der internationalen Aufdeckung hat der SPIEGEL nun die Reißleine gezogen. Baron Münchhausen ist umfassend geständig.

Der Fall Relotius: Es ist ein Stein ins Lügenmeer gefallen

Wie konnte 2015 passieren? Wie war es möglich, dass (fast) ein ganzes Land der suizidalen merkelschen Politik folgte und Europa so beschädigte? Zukünftige Geschichtsschreiber werden es noch aufarbeiten müssen, doch sie können bereits mit ihrer Arbeit beginnen – die ersten Brosamen auf der Spur der zukünftigen Vergangenheit sind ja bereits gestreut und so aufsammelbar. Es war Ende 2015, Merkels „Operation freundliches Gesicht“ begann ihre Wirkung zu zeigen, und nicht ungewichtige deutsche Leitmedien schienen nach Wegen zu suchen, die Regierung beim Kurs auf die Klippen publizistisch zu unterstützen.

So wie diese beiden, aufgeflogenen Enten des Claas Relotius:




neki
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Re: Journaille

Beitrag von neki » 23.12.18



Bei den jahrelangen Fälschungen des „Kollegen“ Claas Relotius ging es meist um Reportagen über Flüchtlinge, um deren Schicksal in ihrer Heimat und ihr Leben in Deutschland.
Und die Flüchtlingspolitik des US-Präsidenten Donald Trump stand am Pranger. Relotius lieferte den gewünschten Lesestoff, exzellent formuliert, moralisch aufgeladen und scheinbar sorgfältig recherchiert, für den linksliberalen Mainstream. Der hat seine Texte aufgesogen, ihn gefeiert und die „Edelfeder“ mit den längst inflationär und damit belanglos gewordenen Journalistenpreisen überhäuft.
Alles paßte so schön ins politische Weltbild. Der redliche Flüchtling, geschunden in seiner Heimat, angekommen in einer fremdenfeindlichen Welt, deren Alltag bestimmt wird von Rassisten und Rechtspopulisten. Und weil bekanntlich die Demokratie auf dem Spiel steht, in Deutschland, in den USA sowieso, propagieren Spiegel & Co seit einiger Zeit eine neue Form des Journalismus, den sogenannten Haltungsjournalismus.
https://jungefreiheit.de/debatte/kommen ... ewuenscht/

Jennermann
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Re: Journaille

Beitrag von Jennermann » 23.12.18


Roland Tichy:
Das auf Lügen gebaute linksgrüne Weltbild und die reale Realität driften immer weiter auseinander. Ich schlage eine Maßeinheit für die Messung des Realitätsdrifts vor, nämlich Wasser-auf-die-Mühlen-pro-Tag, abgekürzt WadMpT.

Wie es sich für kühl und gänzliche unironisch denkende Wissenschaftler wie uns gehört, wollen wir unsere neue großartige Maßeinheit definieren, etwa so:

WadMpT bezeichnet, wie oft pro Tag insgesamt von Bürgern mit Haltung* ausgerufen wird, ein Ereignis sei »Wasser auf die Mühlen der Falschen**«.

Erklärungen: * »Haltung« bezeichnet natürlich, ähnlich wie schon bei Goebbels, einen Bürger, der innerlich der Parteilinie bzw. Einheitsgeisteshaltung folgt; ** die »Falschen« bezieht sich auf Bürger, welche linksgrünen/globalistischen Suizidalismus kritisieren bzw. nicht euphorisch begrüßen.

Der tatsächliche gesamte WadMpT-Wert ist wahrscheinlich bislang nur schätzbar, dank Suchfunktionen lässt er sich aber zumindest für Soziale Medien und Internet-Nachrichten durchaus messen, indem man nach »Wasser auf die Mühlen« sucht, und dann die Suchstellen auswertet.

https://www.tichyseinblick.de/meinungen ... ssion=true

Jennermann
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Re: Journaille

Beitrag von Jennermann » 24.12.18



„Sagen, was ist“ - Das erste Heft nach dem Skandal: Eine nicht genutzte Chance. Statt dessen: ein selbstgefälliges Weiter-So, und weiterhin diejenigen verleumden, die der Wahrheit auf die Spur kommen. Es ist der Versuch, auch noch aus der Pleite Profit zu schlagen
https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/ ... -schlagen/

Statt zu „Sagen, was ist“ spielen die betrogenen Betrüger jetzt Aufklärer.

Jennermann
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Re: Journaille

Beitrag von Jennermann » 24.12.18

Der Fall Relotius ist zwar außergewöhnlich, aber immer noch typisch, es handelt sich um ein besonders auffälliges Symptom einer systemischen Hirnerweichung, die mit Namen wie Kleber, Restle, Reschke, Minkmar, Stokowski etc. ad nauseam pp. skizzenhaft umrissen sein soll und auf den Namen Greenwashing hört, wobei die genannten Herrschaften im Wesentlichen damit beschäftigt sind, die Wirklichkeit an ihren Schreibtischen und in ihren Sendestudios zu manipulieren und in die gewünschte Tendenz zu verdrehen, während der Gevatter Relotious auszog, um sie zu fälschen.
"Kann es sein, dass Claas Relotius geglaubt wurde, weil seine Texte vielen ins Weltbild passten? Weil die Szenerien, die er beschreibt, so genau und auf den Punkt sind, wie in einem Lehrstück?
Nein. Einem Journalisten wird beim Spiegel grundsätzlich nicht geglaubt, weil er eine bestimmte Haltung einnimmt. Claas Relotius wurde geglaubt, weil er stets überzeugend darlegen konnte, wie er an seine Informationen gekommen ist. Auch diese Darlegungen haben sich als Fälschungen erwiesen. Dass Relotius trotz diverser Spiegel-Kontrollmechanismen mit dieser Methode so lange durchkommen konnte, wollen wir aufarbeiten."
Noch im Dementi erzählen sie Märchen.

https://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna

Passend dazu:



braves Bürgerlein
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Re: Journaille

Beitrag von braves Bürgerlein » 24.12.18



Die Lüge als Machtinstrument

https://vera-lengsfeld.de/2018/12/21/di ... nstrument/

Was für eine Bescherung! Unser „Sturmgeschütz der Demokratie“, so die arrogante Selbsteinschätzung des SPIEGEL in besseren Zeiten, musste eingestehen, dass die Reportagen seiner vielfach preisgekrönten Edelfeder Claas Relotius nicht viel mit der Realität zu tun haben. Sie sind, um es neudeutsch auszudrücken, Fakes. Freilich war die vielgelobte Offenbarung nicht ganz freiwillig. Wochenlang galt der Kollege Juan Moreno, der versucht hatte, hausintern auf die Fälschungen aufmerksam zu machen, als ein lästiger Störenfried. Erst als klar war, dass es im Ausland eine Enthüllung der Fake-Stories geben würde, entschloss sich das Magazin zur Vorwärtsverteidigung.

Nun wird von den Qualitätsjournalisten eifrig in die Tasten gehauen, um den nächsten Fake, bei Relotius handele es sich um Betrug und einen Einzelfall, in die Köpfe der Medienkonsumenten zu hämmern. Dabei ist das Gegenteil der Fall. In Merkel-Deutschland ist die Lüge ein Machtinstrument.

Relotius hat nur mit viel Phantasie und Schreibtalent die Norm erfüllt, die von unserer Kanzlerin selbst (so wie bei der Hetzjagdlüge) immer wieder vorgegeben wird.


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neki
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Re: Journaille

Beitrag von neki » 25.12.18



... und so wird wohl der Märchenonkel vor Gericht landen.

neki
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Re: Journaille

Beitrag von neki » 25.12.18

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Die Spiegel-Affäre: Ist der Reporter Claas Relotius nur Bauernopfer?
https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/ ... uernopfer/

Was für ein „Vorweihnachtsgeschenk“ vom Spiegel, der mit den Geständnissen des Reportes Claas Relotius so überaus unterhaltsam das Jahr ausklingen lassen wird. Bis zu 55 Artikel soll der 34-Jährige für den Spiegel geschrieben/manipuliert haben.

Auch die „Alpen-Prawda“ ist betroffen.

„Anmerkung der SZ-Magazin-Redaktion: Claas Relotius hat zugegeben, in seinen „Spiegel“-Artikeln im großen Umfang Fälschungen veröffentlicht zu haben. Wir prüfen gerade, ob das auch für dieses Interview zutrifft.“

Wenn man allerdings heute unter dem Eindruck des Geständnisses ältere Interviews von Relotius liest, dann muss man sich schon fragen, wie so etwas durch die interne Dokumentation kommen konnte, wie das überhaupt von irgendjemandem geglaubt werden konnte.

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Der langjährige Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, Claudius Seidl, hatte schon 2010 ein beachtliches Essay rund um dieses Münchhausen-Syndrom geschrieben, dass lohnt, heute noch einmal nachgelesen zu werden, wenn er schon damals seinen Text mit den beiden Sätzen eröffnete:
„Die Reportage wird gerne für eine Form der Literatur gehalten. Oft ist sie aber nicht einmal seriöser Journalismus.“

braves Bürgerlein
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Re: Journaille

Beitrag von braves Bürgerlein » 26.12.18

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„Karl-May-Preis für kreativ-innovativen Journalismus“
https://www.achgut.com/artikel/eilmeldu ... s_relotius
„Karl-May-Preis für kreativ-innovativen Journalismus“ - Der erste Preisträger steht bereits fest, es ist Claas Relotius, dem vorgeworfen wird, er habe sich viele, die meisten oder auch alle seiner preisgekrönten Reportagen einfach ausgedacht. Das, finden wir, ist allerdings auch eine Leistung, zu der man erst einmal in der Lage sein muss. Wie Karl May, der seine großartigen Reiseberichte geschrieben hat, ohne Radebeul zu verlassen, gemäß der Parole: Think global, stay local.


braves Bürgerlein
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Re: Journaille

Beitrag von braves Bürgerlein » 27.12.18

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Claas Relotius oder: Der Spiegel lässt die Hosen runter
Am Tag nach der Enthüllung erschien „Spiegel online“ mit fünf erklärenden Artikeln zur Sache. Nur, sie gingen zum Teil am Thema vorbei. Denn was Relotius angerichtet hatte, waren ja keine falschen News, sondern erfundene Schnulzen ohne konkreten Nachrichtenwert. Chefredakteure lieben Schnulzen, die an der Nahtstelle zwischen Journalismus und Literatur spielen.
Der Schaden, den er angerichtet hat, ist nur schwer zu definieren. Mal abgesehen von den Wunden, die die Affäre der Reputation des Blattes zugefügt hat. Es könnte schon sein, dass das „Sturmgeschütz der Demokratie“, wie Rudolf Augstein den „Spiegel“ genannt hat, künftig eine Narrenkappe trägt.
Der freischaffende Journalist Juan Moreno, der Relotius bisweilen begleitete, war der Erste, der Zweifel an der Zuverlässigkeit von dessen Geschichten hatte. Er spürte den Fehlern nach und fand sie bestätigt. Sie waren zum Teil so offensichtlich, dass er sich fragte: Wie dämlich müssen die sein, die so was drucken? Jedoch die Hamburger Kollegen glaubten Juan nicht. Relotius war ein hilfsbereiter und bescheidener Kollege. So einer lügt doch nicht. Es hat sich dann gezeigt, dass auch nette Kerle nicht immun gegen die Versuchung der Märchenerzählerei sind.

Wer keine “Eier” hat die Wahrheit zu schreiben, braucht auch keine Hosen.
Der „Spiegel“ hat seinen Lesern erfundene Geschichten präsentiert, die so schön in sein Weltbild passten.
Pressefreiheit bedeutet nicht Freiheit zur Lüge, Journalismus nicht Auftrag zur Volkserziehung.

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